Nova Scotia Duck Tolling Retriever
Dass der Nova Scotia Duck Tolling Retriever zur Entenjagd gezüchtet wurde, habe ich inzwischen ja oft genug geschrieben. Aber was muss man denn jetzt eigentlich trainieren, wenn man mit dem Toller wirklich der jagdlichen Arbeit nachgehen möchte? Und was soll das mit dem ganzen Getue von wegen Anlagen, Toller ohne Dummy werden nicht glücklich? Ich wollte es anfangs ja auch nicht wirklich glauben, hier nun meine ersten Erfahrungen.
Grundlagen
Die Grundlage für jegliche Art von Arbeit ist nunmal der Grundgehorsam, auch wenn die sogenannte Unterordnung die langweiligste Art des Trainings für Gil ist, ist sie der wichtigste Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit. Hier hat Gil auf jeden Fall noch eine Menge zu lernen, außerdem ist sie einfach noch sehr kindlich. Sie war auch noch immer nicht läufig, daher haben wir immer noch die Hoffnung, dass nach der ersten Hitze, auch die Flausen ein wenig aus dem Kopf sind und sich die Unterordnung wie von Geisterhand verbessert
Der zweite Grundstein ist für manch einen Toller, aber auch Flat, schon schwieriger zu trainieren. Ich meine das leise Arbeiten. Gil ist bei den meisten Dingen übermotiviert, sie ist dann sehr aufgeregt und kann nicht ruhig auf der Stelle sitzen. Dabei verbringt man die meiste Zeit doch mit warten und dabei ist es eben wichtig die Aufmersamkeit zu halten ohne das Gil anfängt aufzudrehen und zu qietschen. Gemeinsam mit dem stillen Arbeiten, sei hier die Steadiness (Standruhe) erwähnt. Eben nicht einzuspringen sobald etwas fliegt oder ein anderer Hund mit dem Dummy vorbei galoppiert kommt.
Anlagen
Das saubere Apportieren hat Gil bereits im Dummytraining mit Sandsäckchen
gelernt. Zum aufwärmen vor dem Training nehmen wir auch gerne mal eine Hunde-Frisbee. Damit bin ich auch schon bei den Anlagen angekommen die Gil mitbrachte. Gil brauchte keiner zeigen, wie man Dummys oder ähnliches apportiert. Jedoch haben wir bis zum 17. Lebensmonat nie mit Wild, Felldummys oder Federn gearbeitet. Was zur Folge hatte, dass ich Gil erstmal an das neue unförmige und schwere Apportel heranführen musste. Dass auch hier die Anlagen vorhanden sind zeigte mir die Tatsasche, dass ich nur zweimal mit einer Socke über der Ente trainiert habe. Beim heutigen dritten Training ging es bereits ganz ohne Socke recht gut.
Ebenso brauchte Gil keiner sagen, dass Hasen- oder Entengeruch interessant ist. Ihr Interesse ist schon sehr gross, nur weiss sie noch nicht viel damit anzufangen. Doch muss ich auch hier sagen, dass sich die ersten Erfolge sehr schnell einstellen. Es Bedarf keiner großen Überzeugungskraft oder Tricks, Gil versteht schnell worum es geht. Es darf aber auch nicht eintönig und langweilig werden, sonst beschäftigt sich Gil lieber selbst.
Die Kombination macht es
Die Anlagen sind nach meinem jetzigem Verständnis genau der Ansatzpunkt für effektives Training. Auf der einen Seite hat Gil ein sehr hohes Interesse am Wild und am apportieren, was mir ihre Aufamerksamkeit sichert. Zusammen mit dieser gesteigerten Aufmerksamkeit, fällt es mir wesentlich leichter Unterordnung mit ihr zu trainieren. Was auch der Vergleich zeigt, beim jagdlichen Training zeigt Gil eine wesentlich bessere Unterordung, als bei isoliertem Unterordnungstraining auf dem Hundeplatz.
Kleine Schritte isoliert trainieren
Was natürlich nicht heißen soll, dass man gar nicht auf dem Hundeplatz trainiert. Ich bin lediglich der Meinung, dass der Sinn und der Erfolg des Trainings erst wirklich erkennbar wird, wenn sich beides trifft. Ich finde es trotzdem immer wichtig, einzelne kleine Schritte erst isoliert zu trainieren, bis sie einzeln sicher ausgeführt werden. Wenn ich dann das erstemal zügig die Ente gebracht und im Vorsitzen mit gehobenem Kopf angeboten bekomme, kriege ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Das macht Spaß.

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